Hallo,

in diesem Beitrag soll es ausschließlich um die Umsatzsteuer gehen.
Das Thema Einkommensteuer und eine grobe Anleitung wie man die dazugehörige Anlage-V zur Einkommensteuer ausfüllt wurde bereits in dem im folgenden verlinkten Beitrag behandelt…
-> https://community.withairbnb.com/t5/forums/v3_1/forumtopicpage/board-id/gesetze-steuern/thread-id/839/page/1
(DAS betrifft alle, die Einnahmen über Kurzzeitvermietung haben)

 

Das Thema Umsatzsteuer betrifft nur Gastgeber, die nicht von der Kleinunternehmerregelung gebrauch machen können. Also so ziemlich alle, die Selbstständig sind.

Die UST ist leider ein besonders wirres und unverständliches Thema bei AirBnB.
In den deutschen FAQ findet man zwar überflüssige Hinweise wie das in Japan oder China gehandhabt wird, aber wie ein deutscher Gastgeber mit der UST umzugehen hat bleibt schleierhaft.
Ein Anruf beim AirBnB Support ergab, dass der Mitarbeiter diesbezüglich selber völlig ahnungslos war. Er hat meine Anfrage dann an die Finanzabteilung weitergeleitet.

Meine Anfrage lautet:
>>

Hallo,

als Selbstständiger Unternehmer sind auch meine AirBnB Einnahmen mit 7% UST zu besteuern, lt. Auskunft vom Finanzamt.

D.h., ich muss 7% UST auf meine Mieteinnahmen berechnen. In den AirBnB FAQ bleibt unverständlich, ob ich meine erhobene UST selber an das Finanzamt abführen muss, oder ob ich von AirBnB den Nettobetrag ausgezahlt bekomme, und AirBnB die Steuer in meinem Namen an den deutschen Fiskus abführt.

Es bleibt auch unverständlich, ob AirBnB die UST auf meinen Vermietungspreis oben drauf rechnet, oder ob mein angegebener Mietpreispreis der Bruttopreis ist, von dem AirBnB die UST heraus rechnet und ausweist.

Außerdem ist in den AirBnB FAQ immer nur die Rede von Mehrwertsteuer. Dabei kann ich eine Verwechslung mit der Umsatzsteuer für den unternehmerischen Bereich nur vermuten.

Ich bitte um genaue Erklärung, wie AirBnB die UST für die Mieteinnahmen UND für die Servicegebühren in den Rechnungen und im OnlineAngebot an die Gäste ausweist und kenntlich macht, und von wem die UST an den deutschen Fiskus abgeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Mark
<<

Ich halte euch auf dem Laufenden wie es weiter geht ...

68 Antworten

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Heidelberg, Germany
Level 2

Hallo ,

 

ich bin seit 2021 umsatzsteuerpflichtig und die Kleinunternehmerregelung greift nicht mehr. Ich stehe vor folgenden Problemen, wie teilweise bereits angesprochen und würde gerne stand Juni 2021 eine Aussage von einem Airbnb Forumsbetreuer.

 

1. Es ist mir nicht möglich meine deutsche Steuernummer anzugeben

2. Airbnb akzeptiert nur eine europäische Steuer- ID, die ich aber nicht habe, da ich keine Geschäfte im Ausland mache.

3. Ich vermiete auch bei bookingcom. Dort ist es ganz unkompliziert den Steuersatz von 7% anzugeben.

4. Viele Geschäftsreisende benötigen eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer über Ihren Gesamtrechnungsbetrag. Ich komme oft in Diskussionen, da dies den Gästen nach der Buchung in der Bewertungsphase bzw. bei der Prüfung durch die Reiseabteilung  auffällt. Ich kann eine solche Rechnung eigentlich nicht ausstellen.

 

Wie soll ich rechtskonform bei airbnb weitervermieten?

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Nord, Germany
Level 10

Hallo @Thomas222 

 

zwar bin ich kein Airbnb Forumsbetreuer, doch überzeugt, dass man über Airbnb trotz Umsatzsteuerpflicht rechtskonform vermieten kann.

 

Wenn ein Gast von mir eine Rechnung haben möchte, stelle ich ihm eine Rechnung mit separat ausgewiesener Umsatzsteuer aus.

 

In Rechnungen vom Gastgeber - Rechnungen von Airbnb findest du einige weitere Infos.

 

 

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Weilheim in Oberbayern, Germany
Level 10

@Udo6  Bitte diesen obigen Link (Rechnungen vom Gastgeber...) nicht mehr verwenden, der ist veraltet und gehörte eigentlich gelöscht  @Juliane .

 

Das Finanzamt verlangt eine Quittung des Gastgebers über den erhaltenen Betrag, zusätzlich zur Gesamt-Rechnung die Airbnb den Gästen ausstellt.

Doppelte Rechnungsstellung ist nicht zulässig.

 

Hintergrund ist, dass ein Gast buchen kann, eine Rechnung von Airbnb erhält, diese in die Buchhaltung gibt aber die Reise später storniert... Die Quittung des Gastgebers bestätigt praktisch, dass die Reise-Buchung tatsächlich ausgeführt wurde und die Airbnb-Rechnung valid ist.

 

Wenn die Umsatzsteuer/MwSt im Übernachtungspreis enthalten ist muss ein entsprechender Hinweis auf der Quittung stehen (§19Abs.1UStG).., ansonsten separat ausweisen.

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Inzell, Germany
Level 10

@Sabine-Ingrid0 ,

 

der Beitrag Rechnungen vom Gastgeber - Rechnungen von Airbnb

ist keineswegs veraltet und gehört auch nicht gelöscht. In dem Beitrag bin ich lediglich nicht umfassend auf das Umsatzsteuerrecht eingegangen.

 

@Thomas222 ,

sorry, Deinen Beitrag habe ich erst jetzt gelesen. Hier meine verspätete Antwort:

 

Nur wenn Du ein Gewerbe angemeldet hast, solltest Du für Deine Aktivitäten mit Airbnb eine UST-ID-Nummer beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen, diese kannst Du dann auch im Airbnb System eingeben. In diesem Fall bist Du gewerblicher Anbieter, in Deinen Mieteinnahmen sind 7% Ust enthalten und die erhaltenen Rechnung von Airbnb unterliegen dem Business to Business  Reverse-Charge Verfahren (Umkehr der Steuerschuld bei bezogenen Leistungen von einem Unternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Land, in diesem Fall Airbnb Ireland).

 

Wenn Du allerdings in Deiner Einkommensteuer-Erklärung die Airbnb Vermietungen privat als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung deklarierst, dann bist zwar ust-rechtlich mit 7%  steuerpflichtig , vorausgesetzt Du liegst mit Deinem Jahresumsatz über der Kleinunternehmer-Grenze liegst.

 

Das heißt, alle Vermietungs-Einnahmen beinhalten 7% Umsatzsteuer, diese kannst Du dem Finanzamt gegenüber mit einer Liste der Transaktionen (csv -Datei Transaktionsverlauf) nachweisen und dadurch werden alle Umsätze so behandelt, als gäbe es hierzu einzelne Rechnungen mit Ausweise der Umsatzsteuer. Nur wenn ein Gast (geschäftlicher Aufenthalt, Gast kommt aus dem Inland) explizit eine Rechnung benötigt, dann musst Du eine Rechnung mit den gesetzlich erforderlichen Angaben erstellen (ich klipse diese Rechnungen dann immer an meine Excel-Umsatzlisten hinten dran). I

 

n allen anderen Fällen kann sich der Gast seine Rechnung im System selbst erstellen mit der gewünschten Rechnungsanschrift (allerdings fehlt bei diesen Rechnungen Deine eigene Steuer-Nummer mit Angabe des Finanzamts).

 

Ich hoffe, dass ich Dir (wenn auch verspätet) weiter helfen konnte, allerdings bin ich kein Steuerberater und alle Auskünfte sind ohne Gewähr.

 

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Hamburg, Germany
Level 2

Eine UST-ID kannst du kostenlos beantragen und in dem Moment, wo du mit ausländischen Unternehmen arbeitest, und dazu gehört airbnb, ist das mehr als sinnvoll.

 

Ob dir das allerdings am Ende hilft, kann ich nicht beurteilen. Die Antwort bezieht sich als nur auf die Aussage mit der UST-ID.

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Weilheim in Oberbayern, Germany
Level 10

@Vincent561

Die Beantragung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer kann erforderlich sein, wenn gewerblicher Handel im EU Raum betrieben werden soll.

Bei einer Airbnb-Vermietung sehe ich diesen Umstand nicht gegeben.

 

Warum Airbnb und auch andere das plötzlich von den Vermietern verlangt ohne Rücksicht darauf, ob es sich um einen gewerblichen oder privaten Vermieter handelt, ist eigentlich nicht nachvollziehbar und wurde bislang auch nicht erklärt.

Ich hoffe dazu gibt es in Kürze etwas mehr informationen @Juliane ..

 

@Thomas222  selbst wenn es in diesem Forum Steuerberater gibt sind diese u.a. aus Haftungsgründen  nicht berechtigt hier detailierte Auskünfte zu geben.... als Airbnb(o.ä.)-Vermieter musst du eine Quittung ausstellen (keine Rechnung) und es ist dabei unerheblich ob die MwSt nach §19Abs.1UStG im Preis enthalten  ist oder separat ausgewiesen wird.

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Hamburg, Germany
Level 2

Also laut Web steht dort und das ist auch gängige Praxis (würde ich als Unternehmer zumindest auch so unterstreichen):

 


@Sabine-Ingrid0

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist eine eindeutige Kennzeichnung eines Rechtsträgers, der am umsatzsteuerlichen Waren- oder Dienstleistungsverkehr in der Europäischen Union teilnimmt.

 Es ist also egal, ob Ware oder Dienstleistung. Und hier findet ganz klar eine Dienstleistung statt.

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Weilheim in Oberbayern, Germany
Level 10

@Vincent561  das sehe ich nicht so, es heißt ja nicht einfach Dienstleistung sondern eben Dienstleistungsverkehr.

 

Eine Beherbergung ist doch kein Diensleistungsverkehr oder ein Warenhandel im EU-Raum (wie zB eine Spedition), sondern eine statische Vermietung von Wohnraum, die m.E. nichts mit grenzüberschreitenden Dienstleistungen zu tun hat...

 

Aber wie gesagt, da wird es sicher noch ein paar Dinge zu klären geben.

 

 

Rechtsgrundlage: Wofür wird eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) gebraucht?

"Eine solche Nummer brauchen alle Unternehmer, die Lieferungen im In- und Ausland ausführen und steuerpflichtige Leistungen erbringen (vergl. Paragraf 3 Absatz 2 des Umsatzsteuergesetzes). Neben Unternehmern brauchen auch juristische Personen eine Umsatzsteuernummer, wenn so genannte innergemeinschaftliche Erwerbe realisiert werden. Im Zuge einer Firmengründung bzw. Gewerbeanmeldung kann die Nummer direkt beim zuständigen Finanzamt beantragt werden...."

Betreff: Die Umsatzsteuer bei AirBnB - ein undurchsichtiger Sumpf

in
Inzell, Germany
Level 10

@Sabine-Ingrid0 ,

 

hier muss ich @Vincent561 Recht geben, zumindest teilweise.

 

Eine Beherbergung ist natürlich keine grenzüberschreitende Dienstleistung, aber die Airbnb-Rechnung für den Gastgeber ist sehr wohl eine. Aus diesem Grunde brauchst / bräuchtest Du eine USt-ID Nummer, damit Du die Serivce-Rechnungen (die Dir bei der Auszahlung einbehalten werden) richtig verbuchen kannst. 

 

Ich weiß, dass es hier nur um weinige Euro geht und selbst Steuerberater tendieren dazu, aus Einfachheitsgründen den Auszahlungsbetrag als Einnahme / Umsatz zu verbuchen, aber genau genommen, ist dies falsch. Bisher haben meines Wissens die Finanzämter die Vereinfachungsbuchung immer toleriert.

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