[Festival] Mehr Pipimbap!

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Stuttgart, Germany
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Diese Zeit bedeutet eine echte Herausforderung für die gesamte Gesellschaft, und ich möchte hier den Aspekt Gastgeben und Reisen beleuchten. Viele bieten ihr Privatzimmer während der Pandemie gar nicht mehr an, andere lassen sich was einfallen. Wir haben z.B. die Abläufe so geändert, dass die Gäste einen eigenen Eingang bekommen sowie eine eigene Teeküche, ein eigenes Bad haben sie sowieso –  so dass sich unsere Wege nicht kreuzen.

 

Kommunikation war für uns schon immer das A&O. So möchten wir wissen, mit wem wir unser Zuhause teilen, was die Gäste zu uns führt, wen wir erwarten dürfen.

 

Zeitweise unterlagen wir dem Beherbergungsverbot für touristische Aufenthalte. Das hat sich jetzt gelockert, und abhängig von der Inzidenz ist nicht mal mehr ein 3G-Nachweis erforderlich.

 

Klar ist, dass man als Gastgebender besondere Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen trifft und als positiv getestete Person weder Gäste empfängt noch verreist. Das sehen die Gesetze der meisten Länder vor, aber auch Airbnb sagtGäste, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde, sollten keine Unterkünfte auf Airbnb buchen, um sich selbst unter Quarantäne zu stellen.“ Außerdem kann das Nutzerkonto temporär eingeschränkt werden.

 

In Deutschland sind kürzlich neue strengere Einreiseregeln in Kraft getreten, die es Nicht-Geimpften und Nicht-Genesenen aus Risikogebieten vorschreibt, sich in Selbstisolation zu begeben, was bei einem Privatzimmer in der gemeinsamen Wohnung nicht möglich ist. Denn einen gewissen Kontakt gibt es immer, und sei es nur hinter einem Paravent (wie bei uns).

 

Wir erfragen deshalb von unseren Gästen, wo sie sich in den letzten 10 Tagen vor dem Check-in aufgehalten haben, und – falls sie von einem Risikogebiet einreisen – inwiefern bei ihnen (wie von den neuen Einreiseregeln gefordert) das Übertragungsrisiko verringert ist. Denn wir wollen einfach verhindern, dass später die Gäste an der Tür stehen und aber nicht einchecken dürfen.

 

Airbnb empfiehlt allen Gastgebern, den Gästen vor der Buchung folgende Nachricht zu senden:

 

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Dennoch kann es passieren, dass ein Gast negativ getestet eincheckt, und dann plötzlich positiv ist. Was tun? Selbiges ist uns passiert, und darüber möchte ich kurz berichten:

 

Es handelte sich um einen Langzeitgast, der in der Nähe arbeitete, und an einem Wochenende nach Hause zu seiner Familie fahren wollte. Zur Einreise in sein Heimatland musste er einen Test machen, und dieser zeigte ein positives Ergebnis! Wir wurden umgehend unterrichtet und trafen besondere Isolationsmaßnahmen, indem wir u.a. quer durch unsere Wohnung eine luftdichte Abtrennung errichteten und permanent lüfteten. Bis zum Vorliegen unseres negativen PCR-Ergebnisses begaben wir uns ebenfalls in Selbstisolation.

 

Welche Optionen hatten wir? Wohin hätte der Gast gehen können? In sein Heimatland durfte er ja nicht, und die Unterkunft sollte er sowieso für mind. 2 Wochen nicht verlassen. Letztendlich haben unsere  Maßnahmen gewirkt: Der Gast konnte sich in Ruhe auskurieren, und wir blieben gesund.

 

Selbstisolation bedeutet ja keinerlei physischen Kontakt mit Dritten. Gegen die seelische Einsamkeit helfen die modernen Kommunikationsmittel – aber davon wird man nicht satt. Also kauften wir für den Gast mit ein und fragten vorsichtig an, ob er etwas vom warmen Essen abhaben möchte. Dankbar nahm er an, und hatte so wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag. Dabei wollten wir dem Geschmack des Gastes entgegenkommen, blieben aber unserer Vorliebe für die asiatisch-vegetarische Küche treu.

 

Wichtig zu wissen: Bei der Zubereitung von Mahlzeiten für andere bedarf es besonderer Vorsichtsmaßnahmen, unter Umständen eines Gesundheitspasses sowie einer Hygieneschulung – informiert euch bitte über die lokalen Vorschriften.

 

Einer unserer Essens-Favoriten ist Pipimbap – eine koreanische Spezialität, bei der wir zunächst nicht wussten, wie sie bei unserem Gast ankommen wird. Das Geheimnis ist die Spezialsauce, u.a. bestehend aus Miso- und Paprikapaste, Öl aus gerösteten Sesamkörnern, einer gehörigen Portion frischen Knoblauchs sowie Chilipulver. Ein für unsere Gaumen zunächst ungewohnter Geschmack, sehr intensiv, mit „Nachhall“. Da kommt einem der bei Covid-Infektionen oft auftretende vorübergehende Verlust der Geruchs- und Geschmackssinne vielleicht gerade entgegen.

 

Auf jeden Fall kam das Gericht bei unserem Gast sehr gut an, und gern erfüllten wir den Nachschlag-Wunsch: Mehr Pipimbap!

 

Boston SupermarktBoston Supermarkt

 

Rückblickend betrachtet war dies übrigens – trotz der einschneidenden und einschränkenden Erfahrung – eines der angenehmsten Erlebnisse unserer 11-jährigen Gastgebererfahrung. Was aber in diesem speziellen Fall auch an dem äußerst freundlichen und umgänglichen Gast lag. So macht Airbnb – der Pandemie zum Trotz – Spaß!

 

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CC Gastfreundschafts-Festival 2021: Zeitplan

1 Antwort

Betreff: [Festival] Mehr Pipimbap!

Administrator in
London, United Kingdom
Administrator

Vielen Dank für den tollen Beitrag @Till-and-Jutta0  🙂 

                             

 

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