Ist Airbnb Gewerbe oder nicht ???

Ist Airbnb Gewerbe oder nicht ???

Diese Frage taucht immer wieder auf..... ich würde sagen Ja .

 

Bei Miet- und Pachteinnahmen ist vor der Anwendung des § 21 EStG stets zu prüfen, ob diese Einnahmen im Rahmen einer anderen Einkunftsart angefallen sind. Dies setzt voraus, dass die Einkünfte ihrer Art nach mehreren Einkunftsarten zugeordnet werden können. In der Praxis ist vor allem die Abgrenzung zu gewerblichen Einkünften von Bedeutung.

Die Vermietung unbeweglichen Vermögens ist im Allgemeinen eine private und als solche nicht gewerbesteuerpflichtige Vermögensverwaltung. Liegen besondere Umstände vor, welche der Betätigung des Vermieters als Ganzes gesehen das Gepräge einer selbstständigen, nachhaltigen, vom Gewinnstreben getragenen Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr verleihen, tritt die bloße Nutzung des Vermögens zurück. So ist bei der Überlassung von Wohnräumen eine gewerbliche Tätigkeit anzunehmen, wenn die Tätigkeit eine dem Beherbergungsbetrieb vergleichbare Organisation bedingt.

Dies ist insbesondere der Fall, wenn neben der Vermietung von Wohnräumen nicht übliche Sonderleistungen des Vermieters erbracht werden oder die Mieter besonders häufig wechseln. Wer für Behörden Gebäude zur Unterbringung von Aussiedlern und Zuwanderern errichtet und dort ihm von der Behörde zugewiesene Personen gegen pauschales Entgelt je Person und Tag u. a. durch Gestellung von Bettwäsche und Handtüchern sowie durch Übernahme der Reinigung beherbergt und betreut, erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Das entscheidende Merkmal liegt also darin, dass die bloße Vermögensnutzung hinter der Bereitstellung einer einheitlichen gewerblichen Organisation zurücktritt. Die Beherbergung in Fremdenpensionen ist daher stets als ein Gewerbebetrieb anzusehen. Die Vermietung einer Ferienwohnung stellt sich als gewerbliche Tätigkeit dar, wenn eine hotelmäßige Nutzung der Ferienwohnung vorliegt oder die Vermietung nach Art einer Fremdenpension erfolgt.

Ein Gewerbebetrieb ist i. d. R. gegeben bei der Vermietung von Ausstellungsräumen, Messeständen und bei der ständig wechselnden kurzfristigen Vermietung von Sälen, z. B. für Konzerte.

Die Beherbergung in Gaststätten ist stets ein Gewerbebetrieb. Der Inhaber eines Campingplatzes ist gewerblich tätig, wenn er über die Vermietung der einzelnen Plätze für das Aufstellen von Zelten und Wohnwagen hinaus wesentliche Nebenleistungen erbringt, wie die Zurverfügungstellung sanitärer Anlagen und ihrer Reinigung, die Trinkwasserversorgung, die Stromversorgung, Abwasser- und Müllbeseitigung; das gilt auch, wenn die Benutzer überwiegend sog. Dauercamper sind.

 

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42 Antworten 42
Jörg8
Level 10
Edingen-Neckarhausen, Germany

@Sabine-Ingrid0, ich bezweifel schwer, dass wir alterstechnisch weit auseinander, gerade deswegen werde ich mich auf dein Niveau auch nicht herablassen.

Jörg8
Level 10
Edingen-Neckarhausen, Germany

@Sabine-Ingrid0, davon auch nur die Hälfte verstanden oder er meint einfach er weiß alles besser, 

 

du kommst als Newcomer hierher, stehst mit deiner Meinung ganz allein gegen das ganze Forum, mit Gastgebern welche die Kurzzeitvermietung seit Jahren oder Jahrzehnten betreiben, und wirfst anderen vor sie wissen alles besser.

 

Das ist wirklich zum Genießen.

 

Was den schmalen Grad zwischen Gewerbe und Nicht-Gewerbe als Airbnb-Host betrifft bin ich mir sicher dass sich da in Zunkunft einiges bewegen wird, denn diese Einnahmeform ist jetzt aus dem Schattendasein herausgewachsen und hat sehr oft eindeutige Züge von gewerblicher Beherbergung und Gewinnmaximierung... und hat sehr oft nichts mehr mit einer normalen Immobilienvermietung zu tun

 

Das Ferienwohnung oder Zimmervermietungsgeschäftauf Kurzzeit ist Jahrhunderte alt, nur weil es jetzt über das Internet statt Zeitungen läuft, wird sich daran nichts ändern.

 

Wir sind nicht darauf angewiesen Dir Tips zu geben, du hast offensichtlich eh kein Interesse daran.

 

Viel Spaß mit deinem Gewerbe.

@Ute42  da hast Du allerdings recht was verbindliche Auskünfte eines Steuerberaters betrifft, das ist auch der Grund warum ich niemals zu einem Einzel-STB gehen würde sondern nur zu einer Kanzlei in der mindestens 5 ausgebildete Steuerberater arbeiten. Einer allein ist oft überfordert mit all den sich ständig ändernden Steuergesetzen.

In meinem Fall war ich vorgewarnt da meine Freundin wie erwähnt in diese Falle getappt ist und ich deshalb sehr genau wusste was zu verhindern ist. Sie war auch bei einem einzelnen STB.

Jetzt hat sie ihr Geschäft immer noch im selben Haus und es ist alles geregelt nachdem sie sich vom FA quasi "freigekauft" hat.

Ich gehöre ja übrigens auch zu denjenigen die deswegen schon seit Jahren bei jeder Gelegenheit davor warnt einfach mal ein Gewerbe wie zB das "Erlebnis" bei Airbnb zu starten.

@Jörg8  hat von meinen Beiträgen leider nur die Hälfte gelesen (von dem was ich zu diesem Thema geschrieben habe) und davon auch nur die Hälfte verstanden oder er meint einfach er weiß alles besser, deshalb habe ich auch keine Lust mehr darauf zu antworten.

 

Ich hatte Dir geraten dass wenn Du zB Grillkurse anbieten möchtest dieses nicht zusammen mit Deiner Airbnb-Vermögensverwaltung zu machen sollten sondern ein eigenes ortsunabhängiges Gewerbe dafür anmelden solltest.... das ist eben der entscheidende Unterschied.

Dem FA ist es egal wo du dann Deine Kurse abhältst... an der Isar , bei anderen in der Wohnküche oder sonstwo... alles was sie wollen ist Deine Versteuerung der Einnahmen.

 

Was den schmalen Grad zwischen Gewerbe und Nicht-Gewerbe als Airbnb-Host betrifft bin ich mir sicher dass sich da in Zunkunft einiges bewegen wird, denn diese Einnahmeform ist jetzt aus dem Schattendasein herausgewachsen und hat sehr oft eindeutige Züge von gewerblicher Beherbergung und Gewinnmaximierung... und hat sehr oft nichts mehr mit einer normalen Immobilienvermietung zu tun. Das können sie natürlich nicht bei jedem nachprüfen also werden sie die pauschalen Kriterien verändern...früher oder später.

Veronica-and-Richard0
Level 10
Lebach, Germany

Hat jemand eine Idee, wie das Finanzamt eine "Wertsteigerung" berechnet?

Das koennen ja nur Schaetzungen sein, da der genaue Wert zum Zeitpunkt des Beginns der Gewerbetaetigkeit ja nicht bekannt ist; manchmal nicht mal der genaue Zeitpunkt,

wann die "Gewerblichkeit" beginnt.

 

Darueber hinaus freue mich mich mal ueber das Finanzamt, die mir fast 1000 EUR Steuerschuldzinsen "kulanterweise" erlassen hat von

Steuerschulden, deren Nichtrichtigkeit sich erst nach Jahren herausgestellt hat und fuer den Zeittraum desrzu unrecht bestehendenden Steuerschuld das Finanzamt trotzdem "Schuldzinsen" konstruieren wollte.

Till-and-Jutta0
Host Advisory Board Member
Stuttgart, Germany


@Veronica-and-Richard0  schrieb:

Hat jemand eine Idee, wie das Finanzamt eine "Wertsteigerung" berechnet?


Das Prozedere habe ich schon selbst mit dem Finanzamt durch.

Unsere Stadt beschäftigt einen Gutachterausschuss, und basierend auf der Kaufpreissammlung und den Bodenrichtwerten kann es für einen beliebigen Zeitpunkt den Immobilienwert ermitteln - und somit auch die Wertsteigerung. Und wenn du damit nicht einverstanden bist, kannst du selber den Gutachterausschuss beauftragen. Kostet ca. 1.600 €.

 

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Darueber hinaus freue mich mich mal ueber das Finanzamt, die mir fast 1000 EUR Steuerschuldzinsen "kulanterweise" erlassen hat.


Oh, Glückwunsch! Ich muss auch laufend "Strafzinsen" zahlen, nur weil das Grundlagen-FA zu langsam ist.

 

[Unless stated otherwise, my comments are based on my personal Airbnb hosting and travelling experiences.]
Ute42
Level 10
Germany

.

@Jörg8  schreibt:

 

  • Sollte dein Steuerberater der Meinung sein, dass dies nicht der Fall ist, dann lass Dir von ihm eine Bescheinigung geben, …........

 

Das ist ein sehr guter Vorschlag, nur sind schriftliche Statements von Steuerberatern nur sehr schwer zu bekommen. Beratende Berufe scheuen schriftliche Auskünfte etwa so wie der Teufel das Weihwasser. Die telefonieren lieber, denn den Inhalt eines Telefonats kann man später nicht beweisen.

 

Wenn man einem Steuerberater am Telefon eine Frage stellt dann gibt es folgende Möglichkeiten:

 

  • Der Steuerberater weiß die Antwort

  • Er weiß die Antwort nicht

 

Wenn er sie nicht weiß, gibt es wieder 2 Möglichkeiten:

 

  • Der Steuerberater sagt, ich weiß es nicht, ich muß nachsehen

  • Der Steuerberater schwurbelt am Telefon irgendwas zusammen weil er nicht zugeben will daß er die Antwort nicht weiß

 

Ich hatte mal einen Steuerberater der wollte einfach keine konkreten Auskünfte erteilen, immer wenn ich mit ihm telefoniert habe war ich danach genau so schlau wie vorher. Abgesehen davon hätte mir das sowieso nichts genützt, denn wie gesagt kann ich das was im Telefonat besprochen wurde nicht beweisen.

 

Also bin ich dazu übergegangen meine Fragen schriftlich zu stellen. Die schriftlichen Antworten waren auch nicht besser als die Telefonate.

 

Schließlich habe ich folgendes gemacht: Ich habe eine schriftliche Frage gestellt und dann Multiple Choice Antworten vorgegeben:

 

  • Antwort A ist richtig

  • Antwort B ist richtig

  • Antwort C ist richtig

 

Und dann habe ich geschrieben, bitte antworten Sie nur mit: Antwort A, B oder C ist richtig. Darauf rief der StB an um mir die Antwort telefonisch mitzuteilen. Ich habe dann eine mail an ihn geschrieben in der stand: „Sie haben gerade bei mir angerufen und mitgeteilt, Antwort „B“ ist richtig. Das hat dem StB überhaupt nicht gefallen. Man kann es sich nicht vorstellen wie dieser Mensch sich gesträubt hat sich schriftlich auf irgend etwas festzulegen.

 

Dieser Steuerberater hat mir übrigens eine verheerende Falschauskunft erteilt. Er hat nämlich über Jahre hinweg behauptet, ich müsse mit der Vermietung meiner Ferienimmobilie irgendwann einmal Gewinn machen, sonst erklärt das Finanzamt die Vermietung zur Liebhaberei und erkennt die Werbungskosten nicht an. Dies hat er auch kurz vor der Außenprüfung des Finanzamts in 2012 noch behauptet.

 

Ich hatte mit der Vermietung in 2003 begonnen und in den Veranlagungszeiträumen 2003 bis 2010 massive Verluste erwirtschaftet. Diese Verluste habe ich gegen andere Einkünfte aufgerechnet und in diesen Jahren vom Finanzamt Steuererstattungen in Höhe von 75.000 Euro erhalten. Sämtliche Steuerbescheide zu diesen Jahren ergingen unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Der Prüfer des Finanzamts ist mit dem Plan angereist mir nachzuweisen, daß ich ohne Gewinnerzielungsabsicht vermiete, somit Liebhaberei betreibe und die gesamten 75.000 wieder ans Finanzamt zurückzahlen muß. Dem war aber nicht so, denn wie sich mittlerweile herausgestellt hat muß man mit der STR-Vermietung keine Gewinne machen, wenn man andere Kriterien erfüllt.

 

Die Auskunft des Steuerberaters war so falsch wie die Nacht schwarz ist und ich habe danach das Mandat gekündigt. Dann habe ich auch noch eine Rechnung für die Beratung im Zusammenhang mit der Außenprüfung über 700 Euro erhalten. Ich habe dem STB geschrieben wenn er das Geld haben will soll er mich verklagen, das hat er dann aber nicht gemacht.

 

Der Steuerberater den ich davor hatte hat mir auch eine Falschauskunft erteilt. Ich hatte ihn, schriftlich, gefragt, ob bei einem Immobilienkauf durch Benennungsrecht die Grunderwerbsteuer einmal oder zweimal anfällt. Die schriftliche Auskunft war, die Grunderwerbsteuer fällt auf jedenfall zweimal an, und das ist falsch.

 

Bei einem Benennungsrecht fällt die Grunderwerbsteuer nur dann zweimal an, wenn

 

  • der Benennende in eigenem wirtschaftlichen Interesse handelt, oder

  • der Benennende weisungsgebunden handelt

 

Auch die Auskunft dieses Steuerberaters war also falsch.

 

Mein derzeitiger Steuerberater hat vor 2 Jahren auch einen kapitalen Bock geschossen. Das Finanzamt hatte meine Einnahmen und Werbungskosten für den VZ 2015 geschätzt und einen entsprechenden Steuerbescheid erlassen. Gegen so einen Bescheid muß man natürlich sofort Einspruch einlegen. Das hat der Steuerberater auch gemacht, aber leider 10 Stunden zu spät und damit war das Geld zunächst einmal weg, hier ging es um 15.000 Euro.

 

Für diesen Fehler haftet er natürlich und das wußte er auch. Sein erste Ausrede war, er hätte von mir gar keine Zustellungsvollmacht fürs Finanzamt und müßte deshalb nicht haften. Ich habe die Vollmacht dann gefunden und ihm zugemailt. Seine zweite Ausrede war, er hätte gedacht ich sei garnicht mehr seine Mandantin weil ich mich ein Jahr lang nicht gemeldet habe. In diesem Jahr hat seine Kanzlei aber 4 Umsatzsteuer-Voranmeldungen von mir ans Finanzamt übertragen. Er wollte es aber trotzdem nicht einsehen daß er den Schaden bezahlen muß, ich hätte gegen ihn klagen müssen.

 

Die Sache ist dann aber doch noch gut ausgegangen. Wenn ein Finanzamt einen Steuerbescheid erläßt dann steht darauf ja ein Datum, und ab diesem Datum beginnt die Widerspruchsfrist zu laufen, so dachte ich zumindest, aber das stimmt nicht immer. Das stimmt nur dann, wenn der Steuerbescheid das Finanzamt auch an dem Tag verläßt der auf dem Steuerbescheid steht. Tatsächlich kann es aber sein, daß der Brief innerhalb des Finanzamts noch ein oder zwei Tage unterwegs ist, bevor er verschickt wird. Der endgültige Beweis, wann ein Steuerbescheid die Poststelle des Finanzamts verlassen hat ist das elektronische Postausgangsbuch des Finanzamts, und mein Steuerbescheid ist zum Glück nicht am gleichen Tag rausgegangen. Dieser Umstand hat mir (bzw. dem StB) 15.000 Euro gerettet.

 

Liebe @Sabine-Ingrid0  , was ich mit diesen Geschichten sagen will ist:

 

Erstens: Ein Finanzamt kann dem Treiben eines Steuerpflichtigen jahrelang zuschauen und man wiegt sich in Sicherheit, aber dann fordert es plötzlich auf einen Schlag die Rückzahlung von 75.000 Euro. Die Argumente des Finanzamts waren gar nicht so schlecht, nur sind sie damit in meinem besonders gelagerten Fall nicht durchgekommen.

 

Zweitens: Nicht alles was ein Steuerberater erzählt oder schreibt muß richtig sein, da können auch massive Falschberatungen dabei sein. Und wenn ein Steuerberater mal einen ganz klaren Fehler macht dann heißt das nicht daß er den Schaden dann auch bezahlt, möglicherweise muß man gegen den eigenen Steuerberater klagen.

 

Du wirst nun vielleicht sagen, aber ein Steuerberater hat doch eine Berufshaftpflichtversicherung und die zahlt den Schaden. Ja schon, aber für die kommenden Jahre gehen dann die Jahresbeiträge raketenartig in die Höhe, deshalb wehren sich Steuerberater gegen solche Ansprüche mit Händen und Füßen. So eine Berufshaftpflichtversicherung kostet nämlich richtig viel Geld, das kann man mit einer Kfz-Versicherung nicht vergleichen.

 

Meiner Meinung nach, und das ist offensichtlich auch die Meinung von @Jörg8  und @Ralf5 , ist es der größte Fehler den man als Eigner einer Immobilie machen kann, für die STR-Vermietung ein Gewerbe anzumelden. Ich weiß nicht wer dir das geraten hat aber ich kann dir nur den Rat geben dich mit dieser Sache mal intensiv auseinanderzusetzen und, falls der Rat von deinem STB kommt, diesen hieb und stichfest festzunageln.

 

Die einschlägige Bestimmung im Steuerrecht ist §23 EStG, „Private Veräußerungsgeschäfte“. Hier steht nämlich daß man beim Verkauf einer privaten Immobilie in der Regel keine Steuer bezahlen muß.

 

Diese Bestimmung gilt jedoch nicht, wenn die Immobilie zum Betriebsvermögen eines Gewerbes gehört. Denn die Überschrift des Paragraphen lautet: „Private“ Veräußerungsgeschäfte.

 

 

Jörg8
Level 10
Edingen-Neckarhausen, Germany

@Sabine-Ingrid0, ich denke wie @Ute42  und auch @Till-and-Jutta0 , es ist völlig unsinnig die Vermietung über Airbnb als Gewerbe anzumelden.

 

Wie Ute bereits richtig erwähnt hat, geht die Immobilie teilweise oder ganz in das Betriebsvermögen ein, und bei Auflösung des Gewerbes, musst du auf den Wert deiner Immobilie dann Einkommenssteuer bezahlen, obwohl sie dir vorher bereits gehört hat.

 

https://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/selbststaendige-unternehmer/593-notwendiges-bv-...

 

Sollte dein Steuerberater der Meinung sein, dass dies nicht der Fall ist, dann lass Dir von ihm eine Bescheinigung geben, dass im Falle der Einstufung als gewerbliche Immobilie, der Steuerberater bei der Rückführung in das Privatvermögen alle Steuern wegen Falschberatung übernimmt. Dies wird er nicht tun, warum kannst du selbst erahnen.

 

Wir haben ein Gewerbe (um genau zu sein haben wir 4 unterschiedliche Gewerbe und beschäftigen dafür 2 unterschiedliche Steuerberater) und achten tunlichst darauf, dass die Immobilie nicht in das Gewerbe (Betriebsvermögen) fällt. Als Heizung und Fenster eingebaut wurden, haben uns beide geraten dies nicht als gewerbliche Ausgaben in die Buchhaltung aufzunehmen, da dann die Immobilie automatisch in das Betriebsvermögen überführt wird, und bei der Rückführung später die volle Einkommenssteuer fällig wird.

 

Ist deine Immbilie 500 000 € Wert und du nutzt sei zur Hälfte betrieblich wird dir das Finanzamt 40 % Steuer auf 250 000 € berechnen, mithin wirst du bei der Rückführung 100 000 € Einkommensteuer abführen müssen.

 

Ich weiß ja nicht seit wann du das Gewerbe angemeldet hast, aber dann dürfte sich auch bald bei dir die Rundfunkgebührenanstellt, die Berufsgenossenschaft, und die Industrie und Handelskammer melden, da du hier Pflichtmitglied bist. Bei BG und IHK dauert es oft 2-3 Jahre bis sie sich melden, und du musst dann auf einen Schlag alle Jahresbeiträge nachzahlen.

 

Für ein paar events sprich ein paar Euro wirst du das 10, 100 oder 1000fache an anderen Kosten abführen, ich vermute in deinem Fall (1 Zimmer, 29.- € pro Nacht, 80 Bewertungen), das du ein vielfaches mehr an all dem was du überhaupt an Einnahmen über Airbnb erziehlt hast, in Zukunft an die verschiedenen Organisationen (Finanzamt, BG, IHK, Rundfunk..) abführen.

 

Richtig problematisch wird es dann wenn das Bauamt davon erfährt, dass du deine Vermietung gewerblich betreibst. Dann kommt per Gesetz die Brandschutzverordnung zum Einsatz. Das bedeutet den Einbau von Brandschutztüren, Fluchtkorridore und Treppen, da können Baukosten leicht die 100 000 € überschreiten.

 

Nur um es klar zu stellen, wir wollen dich zu gar nichts überreden oder überzeugen. Alle hier haben jahre- wenn nicht gar jahrzehntelange Erfahrung mit der Materie und wir geben dir nur einen Tip.

Wir haben alle über unsere Steuerberater unseren Status schriftlich  mit dem jeweiligen Finanzamt abgeklärt, und uns nicht nur auf nebulöse Aussagen eines Steuerberaters verlassen der vielleicht morgen sein Geschäft aufgibt.

 

Denk an meine Worte, ich prognostiziere Dir dass du, wenn du nicht über 6-stellige Rücklagen verfügst, und das Gewerbe wieder abmeldest, du gezwungen sein wirst deine Immbilie zu verkaufen um die Forderungen zu begleichen. Alles nur wegen ein paar Euro zusätzlich.

 

Aber wie gesagt, wenn dein Steuerberater unterschreibt, dass er für alle Kosten aufkommt (und nach Beendigung seiner Tätigkeit auch mit seinem Privatvermögen haftet), bist du fein raus. Unterschreibt er es nicht, dann überlege Dir warum.

Monika--Elisabeth0
Level 10
Vienna, Austria

@Till-and-Jutta0,  es wird in dieser Entscheidung deutlich daraufhingewiesen, dass es eine Einzelentscheidung sei und möglicherweise ......

Es gibt so viele unterschiedliche Gesetze die in Ö bei Kurzzeitvermietungen hineinspielen, noch dazu sind einige Ländersache. Da müßte österreichweit eine einheitliche Regelung getroffen werden und das umzusetzen kann  ich mir derzeit kaum vorstellen.

Wenn ein Nachbar eine Anzeige macht, dann wird es immer eine Einzelentscheidung sein, da jeder "Fall" individuell betrachtet  werden muss.

Aber natürlich - airbnb ist immer für eine Schlagzeile gut.

 

@Till-and-Jutta0... ich sags ungern ...aber... Das habe ich kommen sehn  :))))D

 

in der Regel hatten die Germanen rote Bärte...

Till-and-Jutta0
Host Advisory Board Member
Stuttgart, Germany

Wir sind uns einig, dass wir über Deutschland reden, gell?

 

Aus Der Mieterbund fordert härtere Regeln für Airbnb und Co:

Vermieter sollen sich in Zukunft als Gewerbetreibende Hoteliers registrieren lassen.

Umkehrschluss dieser (m.E. protektionistischen) Forderung: Sie sind es per heute nicht.

 

Der Referent auf den Steuerworkshops der HSCs vertrat übrigens (wie auch der anwesende Mitarbeiter des Finanzamts) die Auffassung, dass es sich bei der privaten Kurzzeitvermietung in der Regel nicht um eine gewerbliche Tätigkeit handelt, ebenso wie PwC im Airbnb-Steuervortrag in Berlin.

 

Im Gegensatz zu Österreich, wo eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs lt. ORF nahelegt, dass ein Kurzzeitvermieter eine Gewerbeberechtigung benötigt. Bis 10 Betten eine reine Formsache, darüber wird es aufwändiger.

 

Zugegeben: Oft wird hier unzureichend unterschieden zwischen Ordnungsrecht und Steuerrecht.

[Unless stated otherwise, my comments are based on my personal Airbnb hosting and travelling experiences.]

@Ute42  genau das ist das Problem , ich garantiere Dir dass ein anderes mal das FA zu jemanden kommt und das anders sieht. Es ist genau diese Unsicherheit die mich ärgert und die im Ernstfall gegen dich verwendet werden kann. Wenn man die Bestimmungen die ich ganz oben eingestellt hat durchliest ist es eindeutig Gewerbe, entschieden wird aber individuell.

Ich habe es zB gewerblich angemeldet, alles korrekt über den Steuerberater ... ich sehe da zuerst weder Vorteile noch Nachteile aber ich bin auf der sicheren Seite und ich könnte jederzeit ein weiteres Gewerbe anmelden , damit ist zB die Event-Schiene offen.

Ute42
Level 10
Germany

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@Sabine-Ingrid0 

 

Es gibt keine Unsicherheit. Wenn man nichts macht als Räume zu vermieten ist man nicht gewerblich.

 

Warum man als Vermieter kein Gewerbe anmelden sollte hatte ich hier schon ein paar mal erklärt. Du wirst beim Verkauf deines Hauses den Verkaufserlös versteuern müssen, ich nicht.

 

 

@Ute42nein, muss ich nicht, hatte ich Dir auch schon erklärt !

 

aber Du hast recht, wenn man wirklich nichts anderes macht als Räume privat zu vermieten ist es private Vermögensverwaltung.

Wenn Du zB ein Haus vermietest übergibst Du den Schlüssel und musst den Mieter fragen ob Du ab und zu das Haus von innen besichtigen darfst.... Du machst keine Reinigung keine Bettwäsche kein Sonstwas... sobald Du Hand anlegst bewegst Du Dich in einer Grauzone..

Ute42
Level 10
Germany

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@Sabine-Ingrid0 

 

Ich kann mich nicht erinnern, daß du das mal erklärt hast. Du mußt den Verkaufserlös des Hauses natürlich dann nicht versteuern, wenn es dir nicht gehört.

 

Ich habe aber mal eine andere Frage:

 

Du hast also irgendwann im Zusammenhang mit der Kurzzeitvermietung ein Gewerbe angemeldet obwohl man das ja nicht muß. Worin liegt deiner Meinung nach der Vorteil, ein Gewerbe anzumelden?

 

@Ute42 

"Worin liegt deiner Meinung nach der Vorteil, ein Gewerbe anzumelden?"

 

Also Steuerlich sehe ich keine Vorteile denn Steuern zahlt man immer , für viele wird es weder Vorteil noch Nachteil sein, aber ich sehe den Vorteil dass ich unternehmerisch frei bin und alles machen kann womit ich Geld verdienen kann oder will. Ich muss mir keine Gedanken machen ob ich ein Event-Abend organisieren will oder ähnliches, ich versteuere einfach meine Einnahmen und kann auch 5 verschiedene Gewerbe anmelden die alle die 24500 Freigrenze haben. Es ist mir einfach wichtig diese Handlungsfreiheit zu haben.

In meinem Fall, ich hatte schon eine Gewerbeanmeldung und habe das Airbnb ebenfalls als weiteres Gewerbe angemeldet... wie gesagt, lege auch gerne ein Ei vor die Türe... daran solls nicht scheitern 😄

Ute42
Level 10
Germany

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@Sabine-Ingrid0 

 

Das stimmt, wenn man Events anbieten will braucht man ein Gewerbe. Es hat halt nur den brachialen Nachteil, daß man den Verkaufserlös des Hauses vesteuern muß. Du schreibst zwar du mußt das nicht, aber wie du das verhindern willst weiß ich nicht. Du wirst dir das schon überlegt haben.

 

Mein Masterplan ist folgender: Wenn ich mal zu alt bin für die Vermietung dann verkaufe ich das Haus und kaufe mir einen goldenen Rollator. Von den 80 oder 100 Tsd Euro die ich beim Verkauf des Hauses an Steuern spare, gibts bestimmt einen schönen.

 

@Ute42  :)))D ja ich erinnere mich , hatte Dir glaube ich vorgeschlagen eine diamantene Klingel gleich mit zu bestellen..... aber bis dahin ist es doch noch ewig hin und es liegen zB noch viele Grillabende dazwischen.

Das mit dem Haus muss Dir die Steuerkanzlei so einrichten dass es eben nicht so ist, ich kann das hier auch nicht genau erklären und will auch nichts falsches schreiben... eine Freundin von mir ist in diese Falle vor Jahren getappt und musste viel geld bezahlen, seit sie eine andere Steuerberatung hat ist das aber kein Thema mehr und sie ist immer noch Selbständig... in diesem Berufszweig gibt es eben auch Kanülen.

Ute42
Level 10
Germany

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@Sabine-Ingrid0 

 

Dieses Thema hatten wir schon ein paar Mal.

 

Ich kann dir nur sagen daß ich in 2012 eine Außenprüfung des Finanzamts hatte und es wurde keine Gewerblichkeit festgestellt.

 

@Till-and-Jutta0 

 

"Kurios ist ja das Urteil: Da wollte ein Vermieter aus gewerblich eingestuft werden (weil es für ihn günstiger wäre) - wurde aber abgeschmettert."

 

Ich frage mich.. warum hat er den Mietern nicht einfach jeden Morgen ein gekochtes Ei vor die Tür gelegt... dann wären es "Sonderleistungen Frühstück" gewesen und er hätte den Prozess gewonnen ?

Und eine tägliche Toilettenreinigung dürfte auch bei vielen Standart sein...

 

Seien wir doch mal ehrlich, was macht denn eine Pension anders ? Bei vielen gibt es kein Frühstück, die Inhaber wohnen im selben Haus und die Zimmer sind auch nicht besser ausgestattet....

Ute42
Level 10
Germany

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@Sabine-Ingrid0 

 

Zum Thema "gekochtes Ei" vergl. bitte meine Ausführungen heute im Thread:

 

Was ist das für ein Objekt.

 

@Till-and-Jutta0  das Urteil ist zwar schon etwas älter und aus einer Zeit wo Airbnb bei uns noch relativ unbekannt war aber ich finde es unerträglich dass einzelne Richter gegen Gesetze Urteilen können, die eigentlich eindeutig formuliert sind.

Ich habe das selbst schon erlebt und bin mittlereweile der Meinung dass es immer so gedreht wird wie es gerade passt oder am einfachsten ist.

Im umgekehrten Fall wenn es für das Finanzamt schlecht gewesen wäre hätte der Richter vermutlich genau anders herum entschieden....

In der Urteilsbegründung steht etwas von ....

" einer zwischen zwei Tagen und maximal einem Monat liegenden Mietdauer an jährlich zwischen 3 und 17 unterschiedliche Mieter vermiete, es immer wieder längere Leerstandszeiten gebe......."

und wenns dann 20 unterschiedliche Mieter sind ists wohl doch Gewerbe ? Und was bitte sind längere Leerstände ... 1 Woche 2,3.5,8.... ?

Das ganze wird solange gut gehen bis ein anderer Richter kommt der das genau anders herum sieht, solange schweben die Airbnb-Vermieter im rechtsfreien Raum mit einem Damoklesschwert über dem Kopf ?

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