Gendern

Gendern

Hallo,

es werden Gäste als "Buchende Person" bezeichnet.

Das ist erstens falsch, weil die Gäste ja schon gebucht haben. Deshalb müsste es "Gebucht habende Person" heissen.

Zweitens, was bringt das? Es heisst "DIE Person". Als Mann fühle ich mich  diskriminiert.

 

Ich habe Gäste gefragt, die fanden es ziemlich blöd. Ich habe einen Fussabtreter vor der Tür von Monika Gruber: "Wer gendert, braucht garned erst klingeln". Bisher haben alle geklingelt! 

 

Ich frage mich, wer will so etwas? 

1 Antwort 1

@Andreas1349 

 

ICH will so etwas. Bitte.

Ich freue mich, wenn ich angesprochen werde.

Ich freue mich, wenn ich mich nicht erst "dazu denken" muss, sondern gleich dazugehöre.

 

Deshalb schreibe ich nicht "der Gast", sondern "die Gäste".

"Gästin" ist noch ungewohnt, aber möglich.

Oder "Reisende" ist auch nett.

"GastgeberInnen" finde ich gut und einfach umzusetzen, auch wenn das Binnen-I nicht Teil der amtlichen Rechtschreibung ist.

 

Du schreibst: "Es heisst "DIE Person". Als Mann fühle ich mich  diskriminiert."

Das tut mir leid. 

Aber es ist ein falsches Beispiel:

"Die Person" ist wie "der Mensch" geschlechterneutral und diskriminiert nicht. Null.

 

Es geht nicht um den Artikel, um das grammatikalische Geschlecht eines Begriffs.

Es geht um die Bedeutung, um das Bild, das wir von diesem Begriff vor Augen haben.

Zum Beispiel:

Toller Gastgeber. 

Nee, ich bin eine Gastgeberin!

 

Ich würde auch bei Dir klingeln, weil mir ja nix anders übrig bleibt.

Stünde auf Deiner Matte "Herzlich willkommen" würde ich mich gleich freuen, Dich kennenzulernen ...

 

Haben wir uns vehement dagegen gestemmt, z.B. englische Begriffe zu übernehmen?

Wir haben uns daran gewöhnt, haben es tatsächlich geschafft, die unzähligen Begriffe zu verstehen und zu verwenden!

Apropos "Gendern": ist auch englisch ...

(Gibt kein deutsches Wort dafür, da wir nicht unterscheiden zwischen dem sozialen Geschlecht = gender und dem biologischem Geschlecht = sex.)

 

Wir sind doch gar nicht so schlecht darin, neue Wörter, neue Begriffe zu lernen, nicht wahr?

Schon innerhalb Deutschlands muss ich lernen, dass das Brötle eine Semmel sein kann oder dass Kartoffeln auch "Erdäpfel, Grumbiere", dass Karotten auch "Möhren" heissen.

"Servus" kann besser ankommen als "Hallo".  

.... ich könnte ewig so weitermachen ...

 

Wenn wir besonders gebildet daher kommen wollen, benutzen wir sogar lateinische, griechische Fremdworte, wow!

Ich sage nur: Koryphäe und Konifere ...

 

Ich bitte darum:

es gibt Menschen, die sich freuen, wenn gegendert wird. Die sich sonst ausgeschlossen fühlen.

Warum ihnen also nicht den kleinen Gefallen tun?

Genau so vermeide ich Begriffe, die Menschen diskriminieren, z.B. das N-Wort. 

Ich kann das. Ich kann das lernen und üben.

Und das Schönste ist doch: es macht Menschen eine Freude.

So einfach kann das sein.

 

Wer sich sperrt, weil es zu schwierig sei --- naja, da sage ich jetzt nix mehr zu ...

 

 

 

 

 

 

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