Stadtviertel

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Stuttgart, Germany
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Ich wollte eigentlich nicht die zigste Diskussion über Sinn- oder Unsinn der Lagebewertung vom Zaun treten. Eine kleine Zeitungsnotiz erscheint mir jetzt dennoch erwähnenswert. Dabei geht es um die Stadtviertelrevision – die Stuttgarter Stadtviertel werden neu gegliedert: Stuttgart ist in Stadtbezirke (mit jeweils eigenem Bezirksrathaus) aufgegliedert. Diesen untergeordnet sind Stadtteile, die wiederum in Stadtviertel gegliedert sind. Ein Viertel („Quartier“) umfasst alle Baublöcke innerhalb eines Gebiets, die in einem strukturellen Zusammenhang stehen; künftiger werden sie noch kleinteiliger als vorher sein.

Und jetzt kommt das für mich Wesentliche: „Abgrenzungskriterien sind z.B. die Quote des Bezugs von Arbeitslosengeld II. der Migrationsanteil, der Familienstatus oder die Altersstruktur“. Der Stuttgarter Durchschnitt liegt bei 903 Haushalten pro Viertel.

Jede Farbe steht für ein ViertelJede Farbe steht für ein Viertel

Ich hatte schon früher den Verdacht geäußert, dass es bei der Lagebewertung ursprünglich NICHT um die Geographie und beispielsweise Nähe zur U-Bahn geht. Sondern einfach um die Attraktivität des Viertels („Quartiers“). Dafür spricht, dass früher auch von neighborhoods die Rede war, als es um die locations ging. Und neighborhoods hat ja nicht mit den Nachbarn im Haus zu tun (falsche Übersetzung), sondern sind eben die Quartiere.

Überspitzt ausgedrückt: Viele Arbeitslose in der Straße drückt das Niveau (und die Sterne) unserer location – aber angeblich – da wir nichts für unser Quartier können – fließt die Lagebewertung nicht in unsere Listingbewertung ein.

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1 Antwort

Betreff: Stadtviertel

in
Torremolinos, Spain
Level 10

@Till-and-Jutta0 

 

Zitat: "Ich hatte schon früher den Verdacht geäußert, dass es bei der Lagebewertung ursprünglich NICHT um die Geographie und beispielsweise Nähe zur U-Bahn geht. Sondern einfach um die Attraktivität des Viertels („Quartiers“)."

 

Das ist ein sehr schwieriges Thema. Was ist ein attraktives Viertel? Dort wo die Supervillen der Reichen stehen? Dort wo das Nachtleben pulsiert? Dort wo es ruhig und beschaulich zugeht?

Das kann alles nicht objektiv, sondern nur subjektiv beurteilt werden.

Beispiel: mein Haus liegt an einem Berghang oberhalb des für Torremolinos berühmten "Carihuela-Strandes". Für den Weg bergrunter braucht man ca. 7 Minuten zu Fuß ins (relativ familiäre) Nachtleben. Nach etlichen Drinks braucht man zurück berghoch aber die doppelte Zeit.

Ins Zentrum (mit dem etwas ausgeprägterem/schrägerem Nachtleben) sind es zu Fuß ca. 20 Minuten.

Nun gibt es Gäste, die die Lage schlecht bewerten, weil sie so weit laufen ( oder ein Taxi nehmen ) müssen, um in die Partymeilen bezw. nach Hause zu kommen. Andere Gäste finden meine ruhige Lage gut, weil sie hier Nachts in Ruhe schlafen können ohne Lärm, Musik, Gegröle und Livekonzerten auf der Straße.

Wie Einstein schon sagte: "Es ist alles relativ."

 

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